Reisen oder Rasen?

Ich darf hier ab und zu auch etwas schreiben zu Themen, die mich beschäftigen. Und nach dem Studium dieses Blogs stellte ich fest, dass das einige sind…

Gestatten, Dani, Bonvivant, Boomer (hat ein bisschen ein “Gschmäckle”), Gaskranker und Frankreich-Liebhaber.

Nachdem ich mich auch zum 300+km/h-Club zählen darf, habe ich viele Höhen und Tiefen der Geschwindigkeit erlebt. Seit Jahren schon finde ich mehr und mehr den Kick im Autowandern. Beim Autowandern sind die Nerven nicht davon angespannt, wieviel Gas die nächste Kurve inklusive Sicherheitsmarge verträgt, sondern der Kick erwächst aus dem Erspähen einer Vesperterrasse für eine schöne Pause, oder einer besonders eindrücklichen Landschaftsform. Einfach grossartig, was die Welt für Bilder bereithält für den, der sehen will.

Kinder auf dem Rücksitz, in Smarthones oder Tablets starrend sind mir ein Graus, ausser auf der Autobahn. Warum die Eltern die Kinder nicht lehren, die Welt anstatt den Bildschirm zu sehen, verstehe wer will. Zurück zur Autobahn: Auf der Autobahn treffen dann die Gegensätze gefährlich aufeinander: die konzentrierten Schnellfahrer und die Schnellfahrer, die es besser lassen würden, die gestressten Familienväter, die frustrierten Oberlehrer, die Schnarchnasen: alle vereint auf denselben 2-4 Spuren, vereint in der Fahrtrichtung (allermeistens), aber grässlich uneins in der Toleranz und Rücksichtsnahme und vor allem gefährlich unterschiedlich in den gefahrenen Geschwindigkeiten. All das hat mich dazu gebracht, das Reisen zu geniessen und das Rasen den anderen zu überlassen. Für Spass ist nämlich nicht die erzielte Höchstgeschwindigkeit relevant, sondern der Zufriedenheitsgrad aller Fahrgäste im Fahrzeug.

Dass auch beim Reisen zusätzlich das Fahrzeug eine Rolle spielt, versteht sich von selbst. Spass hat Platz im schnatternden 2CV mit offenem Dach, oder im fauchenden oder brüllenden Maranello 575 GTC. Grosses Kino ist in beiden genannten Fahrzeugen, auch dazwischen erlebbar in sehr vielen weiteren Facetten.

Reist mehr, rast weniger, es lohnt sich.

Zuletzt geändert am 5. Februar 2020
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